Bei akuten Verletzungen greifen die meisten Menschen instinktiv zu etwas Kaltem. Aber welche Form der Kälteanwendung wirkt tatsächlich am besten? Eine 2021 im Western Journal of Emergency Medicine veröffentlichte Studie von Leroux und Kollegen hat genau das in einer Notaufnahme direkt verglichen.
Was die Studie untersucht hat
38 Personen mit akuten muskuloskelettalen Verletzungen erhielten bei Aufnahme entweder zerstoßenes, angefeuchtetes Eis in einem Plastikbeutel (17 Personen) oder eine aktivierte chemische Kühlkompresse (21 Personen), jeweils für 20 Minuten auf die Verletzungsstelle. Der Schmerz wurde vor der Anwendung sowie nach 20 und 60 Minuten erfasst, zusätzlich wurde dokumentiert, wie oft Opioide oder Beruhigungsmittel verabreicht wurden.
Die Ergebnisse im Überblick
Schmerzreduktion nach 20 Minuten: 2,1 Punkte mit zerstoßenem Eis gegenüber 0,9 Punkten mit der chemischen Kühlkompresse.
Schmerzreduktion nach 60 Minuten: 2,7 Punkte gegenüber 1,2 Punkten, beide Unterschiede statistisch signifikant.
Klinisch relevante Besserung: 65 Prozent der Eis-Gruppe erreichten eine klinisch bedeutsame Schmerzreduktion, gegenüber 33 Prozent in der Kompressen-Gruppe.
Opioidgabe: Nur 6 Prozent der Eis-Gruppe benötigten ein Opioid in der Notaufnahme, gegenüber 33 Prozent in der Kompressen-Gruppe.
Was die Autoren schlussfolgern
Die Studienautoren schlussfolgern, dass zerstoßenes Eis in dieser Untersuchung der chemischen Kühlkompresse bei der Schmerzlinderung akuter Verletzungen deutlich überlegen war, bei keinem der beiden Verfahren traten Nebenwirkungen auf.
Einschränkungen der Studie
Mit 38 Teilnehmenden ist die Stichprobe klein. Wichtig ist außerdem: Diese Studie hat nicht Kälte gegen keine Kälte getestet, sondern zwei unterschiedliche Kälteformen gegeneinander, zerstoßenes Eis gegenüber einer chemischen Kühlkompresse. Die Ergebnisse stammen aus einer einzelnen Notaufnahme und beziehen sich auf frische, akute Verletzungen, nicht auf die Anwendung bei chronischen Beschwerden.
Einordnung für die Praxis
Wichtig ist mir hier eine ehrliche Einordnung: Diese Studie zeigt einen Vorteil für einfaches, zerstoßenes Eis gegenüber wiederverwendbaren Kühlkompressen, wie unserer Kalt-Warm-Kompresse. Das bedeutet nicht, dass Kompressen unwirksam sind, aber bei einer frischen, akuten Verletzung kann ein Beutel mit zerstoßenem Eis tatsächlich die wirksamere erste Maßnahme sein. Der Vorteil unserer Kompresse liegt eher in der Wiederverwendbarkeit und darin, dass sie sich sowohl für Kälte- als auch für Wärmeanwendungen eignet, etwa bei muskulären Verspannungen statt frischen Verletzungen. Mehr dazu findest du bei unserer Kalt-Warm-Kompresse.
Die hier zitierte Studie vergleicht zerstoßenes Eis mit einer chemischen Kühlkompresse eines anderen Herstellers, nicht mit unserem Produkt. Individuelle Ergebnisse können abweichen. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen nach einer Verletzung empfehlen wir grundsätzlich eine ärztliche Abklärung.

