Blutentnahmen gehören für viele Menschen zu den unangenehmsten Routinemomenten im Praxisalltag. Eine 2025 im Fachjournal Advances in Integrative Medicine veröffentlichte Studie von Mohammadi und Kollegen der Kermanshah University of Medical Sciences im Iran ist der Frage nachgegangen, ob niederfrequenter Schall den Schmerz bei venösen und arteriellen Blutentnahmen lindern kann.
Was die Studie untersucht hat
In einer dreifach verblindeten klinischen Studie wurden jeweils 300 Patientinnen und Patienten pro Entnahmeart (venös und arteriell) nach dem Zufallsprinzip einer Kontroll- oder einer Interventionsgruppe zugeteilt. In der Interventionsgruppe wurden während der Blutentnahme Schallfrequenzen zwischen 10 und 200 Hz bei einer Lautstärke von 50 dB eingespielt.
Die Ergebnisse im Überblick
Schmerzempfinden: Mit steigender Schallfrequenz sank das Schmerzempfinden in beiden Entnahmearten signifikant.
Dauer der Entnahme: Bei höheren Frequenzen verkürzte sich die Prozedur signifikant.
Anzahl der Versuche: Hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen.
Herzfrequenz: Die durch die Blutentnahme ausgelöste Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) fiel in der Interventionsgruppe signifikant geringer aus, besonders bei höheren Frequenzen.
Was die Autoren schlussfolgern
Die Studienautoren schlussfolgern, dass niedrige Schallfrequenzen akute Schmerzen und deren Begleiterscheinungen bei invasiven Eingriffen wirksam reduzieren können, vermutlich über eine Beeinflussung der Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem.
Einschränkungen der Studie
Die Autoren selbst berichten, dass höhere Frequenzen und Lautstärken für viele Patientinnen und Patienten unangenehm waren, weshalb niedrigere Parameter für die Studie gewählt wurden. Zudem war ein Verzerrungsrisiko dadurch gegeben, dass Patientinnen und Patienten bei stärkeren Reizen die Intervention eher bemerkten. Welches konkrete Gerät zur Schallerzeugung genutzt wurde, geht aus der verfügbaren Zusammenfassung nicht hervor.
Einordnung für die Praxis
Was ich an dieser Studie bemerkenswert finde: Mit 300 Teilnehmenden pro Entnahmeart und einer dreifachen Verblindung ist das eine vergleichsweise große und methodisch saubere Untersuchung für dieses Forschungsfeld. Sie zeigt anschaulich, wie schnell akustische Reize auf das Schmerzempfinden wirken können, auch außerhalb der klassischen Anwendung bei chronischen Beschwerden. Wer mehr über die Anwendungsmöglichkeiten der Schallwellentherapie erfahren möchte, findet in unserer Schallwellentherapie-Kollektion die passenden Geräte.
Diese Studie wurde bei kurzen, akuten medizinischen Eingriffen mit einem nicht näher spezifizierten Schallgerät durchgeführt und ist keine Untersuchung unserer Evosonics-Geräte. Individuelle Ergebnisse können abweichen. Bei medizinischen Eingriffen und der Behandlung von Angst davor empfehlen wir eine Abklärung mit dem behandelnden medizinischen Personal.

